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Mozarts Zauberflöte bei "Live in den Fabrikskes"

Als hätte Mozart den Spielort selbst gewählt

Hagen.   Das Zauberflöten-Gastspiel im Hagener Freilichtmuseum zog aufgrund der gelungenen Atmosphäre das Publikum in seinen Bann.

Es hatte etwas Märchenhaftes unter dem klaren Sternenhimmel und dem vollen Mondschein in dem von dunklen Bäumen gesäumten Mäckingerbachtal des Freilichtmuseums. Klassische Klänge und bewegender Gesang entführten die Zuschauer am Freitagabend auf dem Platz vor dem Schmiedemuseum in die Welt von Mozarts berühmter Oper, der Zauberflöte.

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Rund 700 Gäste hatten sich auf den Weg ins Freilichtmuseum gemacht, um bei bestem Wetter die Darstellungen der Prager Kammeroper auf der Open-Air- Bühne zu bestaunen. Und weil das Freiluftspektakel ein so sinnliches Erlebnis war, sollte natürlich auch der Gaumen nicht zu kurz kommen. Folglich war es nicht nur Mozarts Papageno, der sich an diesem Sommerabend das ein oder andere schmackhafte Gläschen Wein genehmigte. Wobei die meisten Besucher in der Pause dann lieber den wärmenden Tee bevorzugten, weil so eine Nacht unter klarem Sternenhimmel ja doch zumeist etwas frisch wird. Die kühler werdenden Temperaturen störten aber nicht weiter und so setzte man sich einfach näher zusammen oder teilte sich das dünne Sommerjäckchen.

Stimmiges Flair fesselt Publikum

Hätte Mozart es sich aussuchen dürfen, hätte er wahrscheinlich genau diese Bedingungen gewählt, um die Botschaft seines Werkes herüberzubringen, dass die Liebe der Schlüssel für ein gelingendes Leben ist.

Die Stimmigkeit zwischen Aufführung und Ambiente kam bei den Zuschauern gut an. „Mit 16 Jahren habe ich eine fantastische Inszenierung der Zauberflöte in Marburg gesehen und seitdem suche ich vergeblich nach Vergleichbaren“, erklärte Ulrike Giernalczyk. Es brauchte ganze 40 Jahre und einen Besuch im Freilichtmuseum, bis sich die inzwischen nach Lüdenscheid verzogene Psychotherapeutin zufrieden gab: „Heute Abend ist für mich eine Art Kindheitstraum in Erfüllung gegangen, weil ich endlich eine so beeindruckende Darstellung der Zauberflöte vor einer sehr romantischen Kulisse gefunden habe, wie ich sie seit meiner Jugend in Erinnerung habe“.

Als dann die mystischen Priester in ihren langen weißen Gewändern auf die Bühne traten, geheimnisvolle Chöre aus den Lautsprechern erklangen und der Mondschein leicht zwischen den Bäumen schimmerte, war es ein bisschen so, als würde man selbst Teil einer verwunschenen Welt voller edler Prinzen, schillernder Königinnen und bunter Vogelfänger werden. „Die Bühne passt perfekt und ich glaube, dass kaum ein Theater so eine beeindruckende Atmosphäre bieten kann wie hier“, schwärmte Angela Ossege, die vor Begeisterung bei den Flötenstücken von Tamino am liebsten direkt mitgespielt hätte.

Aufwendige Kostüme

Die aufwendig gestalteten Kostüme faszinierten das Publikum und ein naiver und redefreudiger Papageno entlockte den Zuschauern zwischen den gefühlvollen Gesängen immer wieder ein herzhaftes Lachen und rundete damit den erfolgreichen Abend in dem idyllischen Umfeld des Hagener Freilichtmuseums perfekt ab.

Quelle Westfalenpost: Julian Leimann

Foto Westfalenpost: M. Kleinrensing