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Plettenberg: Feuervogel in Schmiedehalle

Schmiedehalle des zukünftigen Industuriemuseums wird zum Atelier

„Es war eine ausgesprochen interessante und spannende Begegnung in der Schmiedehalle unseres zukünftigen Industriemuseums im Grünetal, als wir vor ein paar Wochen die Künstlerin, Wandgestalterin und Musikerin Ursula Eichert dort trafen“, so der Förderverein Schmiedemuseum Schmelzhütte. Ursula Eichert, die in Drolshagen und Berlin lebt, hatte beim Verein und der Stadt Plettenberg „angeklopft“ und nachgefragt, ob sie in der Schmiedehalle künstlerisch arbeiten und für eine begrenzte Zeit ihr „Atelier“ dort einrichten könne. Spontan sagten wir zu, versprach die Idee von Ursula Eichert doch ein interessantes Experiment und Projekt zu werden und die Arbeiten in der Schmiedehalle würden davon nicht beeinträchtigt. Gesagt, getan. Ursula Eichert kam und recht schnell hatte sie von diesem doch außergewöhnlichen Ort „Besitz ergriffen“. Der Schmiederaum veränderte sich mit ihrem „Einzug“. In ihm entfaltete sich eine sehr spezielle Atmosphäre und Wirkungskraft, der auch wir uns als Besucher nicht entziehen konnten.

Feuervogel

Doch lassen wir Ursula Eichert selbst über ihre Zeit in der Schmiedehalle und ihr künstlerisches Schaffen berichten. Unter dem Titel „Ein wahrhaft starker Ort – Momente einer künstlerischen Begegnung“ schreibt sie folgendes.

„Mein handwerkliches Tun als Künstlerin und Wandgestalterin lässt mich viel herumkommen und an den unterschiedlichsten Orten arbeiten. Meine Wandbilder treten dabei in Kommunikation mit den Räumen, die sie

umgeben. Vor einiger Zeit kam mir die Idee, einmal an einem eher ungewöhnlichen Ort temporär künstlerisch tätig zu werden und diesen in eine Art Atelier zu verwandeln. Welche Inspiration würde von einem solchen Ort ausgehen und wie sich dies im künstlerischen Tun und Empfinden widerspiegeln?

Das Gesenkschmiedemuseum „Schmelzhütte“ in Plettenberg ist solch ein „magischer“ Ort! Hier findet sich keine gepflegte Leichtigkeit - vielmehr spürt man förmlich die Anstrengungen und Strapazen des Schmiedehandwerks, welches hier all die Jahre beheimatet war. Gleichzeitig ist auch die Kraft

allgegenwärtig, die nicht nur von dem schwarzberussten Mauerwerk und den schweren Maschinen ausgeht. Das Ambiente der Gesenkschmiede hat Charakter - und erzählt Geschichten vergangener Tage.

Das Farbspiel in der Schmiede ist vorrangig dunkel mit gedeckten Farbtönen. Viele Braun- und Schwarznuancen, so wie die unterschiedlichsten Rosttöne der Werkzeuge. Vieles in dem Raum wirkt mächtig und robust. All dies ermutigte mich dazu, ein farbstarkes Bild zu malen, welches die Darstellung des Schmiedefeuers abstrakt behandelt. Es entwickelte sich in und mit der Gesenkschmiede das Bild des „Feuervogels“: Eine Figur, die sich durch das Element Feuer entfaltet und die von dem Element Luft bewegt wird. Die verschiedenen Farbflächen symbolisieren das Feuer wie die Glut und wirken im Zusammenspiel auf Ihre Weise körperhaft.

Die künstlerische Arbeit in der Schmiede war anregend, eigendynamisch und intensiv – und dies nicht nur aufgrund der niedrigen Raumtemperaturen. Das Werden und Gedeihen des Projekts wurde in Form eines kurzen Films dokumentiert.

Ein weiterer Zweig des Projektes ist es, neben meiner Arbeit als Malerin und Gestalterin auch meine Leidenschaft für die Musik als Sängerin zu zeigen. Ein ebenso starker Ort wie die Gesenkschmiede in Plettenberg ist das Theater- und Kulturgut Schrabbenhof in Silberg. Ein Juwel unter den Kleinkunstbühnen! Hier durfte ich zusammen mit zwei Begleitmusikern einen Nachmittag lang die Bühne und den Raum musikalisch ausfüllen.“

„Das Experiment hat sich gelohnt“, so der Förderverein. Das eindrucksvolle Bild „Feuervogel“ ist entstanden. Ein Bild, das nun dauerhaft auf engste mit der Schmiedehalle unseres Museums verknüpft ist. Und für uns hat sich schon jetzt gezeigt: In unserem zukünftigen Industriemuseum steckt viel Potential, historisches und kulturelles. Eine große Herausforderung, die wir gerne annehmen!

c