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Hohlwege am Krombacher Schlag / Altes Heck

Der Krombacher Schlag auf dem 'Alten Heck' ist ein historischer Grenzübergang an der Siegener Landhecke. Von der alten Wegtrasse sind noch zahlreiche Hohlwege zu erkennen. Es ist davon auszugehen, das dieses Teilstück einer Kunststraße, die von Frankfurt über Siegen, Olpe, Meinerzhagen, Breckerfeld und Hagen (Hagen-Frankfurter Chaussee) weiter nach Holland führte, bereits als einfache Wegeverbindung seit dem Mittelalter bestand.

Historischer Grenzübergang: Schon vor mehreren hundert Jahren herrschte hier, am heutigen Autobahnzubringer, ein reger Warenverkehr. Zwischen dem 15. und 17. Jh. befand sich an dieser Stelle ein wichtiger Grenzübergang zwischen den Fürstentümern Nassau und Kurköln. Heute noch markantes Zeugnis der Grenzbefestigung sind die „Dicke Buche” und die Reste der alten Wall-Graben-Anlage. Um 1780-90 wurde die erste mit Steinen befestigte Straße vom Kölschen Heck bis zur Kalteiche gebaut, heute “Napoleonweg” genannt.

Einachsige Ochsen- und Pferdewagen transportierten das begehrte Siegerländer Eisen einst auf Wegen, die sich tief in das Gelände eingeschnitten haben. War ein Weg im Laufe der Zeit unbefahrbar geworden, wurde nebenan ein neuer eröffnet. So entstanden vielspurige Hohlwegbündel. Da ein Hohlweg nur in eine Richtung zu befahren war, gab es entweder separate Spuren für die Berg- und Talfahrer oder man verständigte sich mit Peitschenknallen.

Die Entwicklung von den frühmittelalterlichen Hohlwegen über die preußische “Chaussee” zu den neuzeitlichen Provinzial- und Bundesstraßen (B 54) bis hin zur heutigen Autobahn (A 45) ist am Krombacher Schlag besonders gut ablesbar, da alle Epochen dicht nebeneinander liegen.

Die Siegener Landhecke umschloss als territoriale Landwehr das nassauische Amt Siegen. Vor allem im nördlichen Siegerland bildet sie auch heute noch ein eindrucksvolles Geländedenkmal. Sie diente primär dem Schutz vor feindlichen Übergriffen, sicherte aber auch mit Schlagbäumen den Durchgang wichtiger Fernstraßen. Die Befestigung bestand aus einer Wall-Graben-Anlage und einem undurchlässigen Buschwerk, dem sog. 'Gebück'.

Bei der Festlegung der Grenze zwischen Kurköln und Naussau-Siegen 1688 wurde die Landhecke als Orientierungslinie miteinbezogen und ist zum Teil als Grenze des Altkreises Siegen auch heute noch gültig. Für das südliche Westfalen handelte es sich um das Wegestück vom 'Alten - oder Kölnischen Heck' bei Krombach über Siegen bis zur Kalteiche südlich von Wilnsdorf, das von Nassau-Oranien zwischen 1773 und 1783 gebaut wurde. Die relativ kurze Chaussee im nördlich angrenzenden Herzogtum Westfalen von Altenkleusheim über Olpe nach Drolshagen wurde 1782 begonnen und zum Ende des 18. Jahrhunderts fertiggestellt.

Die Landstraße (Napoleonweg) wurde zum Teil auf bereits seit dem Mittelalter bestehenden Verbindungen von Siegen über Krombach nach Olpe errichtet. In dem Teilstück zwischen Krombach und Altenkleusheim führt sie durch den ”Krombacher Schlag”, wo Spuren mehrerer parallel verlaufender Hohlwege erkennbar sind. Die Straßendecke ist in Teilbereichen noch gewölbt. An zahlreichen Stellen ist die alte Pflasterung, die aus kleinen Steinen unterschiedlicher Größe besteht, erhalten.

Die Hohlwege am 'Krombacher Schlag' sind ein Bodendenkmal der Stadt Kreuztal.

Die 'Dicke Buche' ist ein Zeugnis der Landhecke. Das Wachstumsbild zeigt deutlich, dass sie nicht natürlich gewachsen ist, sondern Teil des 'Gebücks' war.

Alte Zeiten: Die Zeichnung zeigt die Situation am Krombacher Schlag vor ca. 200 Jahren.

Moderne Zeiten: An historischer Stelle wird der Napoleonweg heutzutage von der Bundesstraße 54 überbrückt. An der Trasse sind noch die Reste des Walls der 'Siegener Hecke' zu sehen.

Text und Skizzen: LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Olpe

Anreise:

Adresse

Krombacher Schlag
Napoleonstraße
57223 Kreuztal
Telefon +49 2732 51435
M.Haeusig@kreuztal.de
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