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Reiterstellwerk „Kf“ in Kreuztal

Das Stellwerk 'Kf' (Kreuztal Fahrdienstleiter) liegt an der Ruhr-Sieg-Strecke im Teilabschnitt Altena-Siegen, der im Jahre 1861 eröffnet wurde. Am 14.10.1923 als elektromechanisches Befehls- und Fahrdienstleiterstellwerk in Betrieb genommen, diente es als Ersatz für ein älteres mechanisches Stellwerk. Es wurde als brückenartiges Reiterstellwerk in konventioneller Bauform errichtet.

Das zur Gleisseite auskragend, reich durchfenstert (Fenster erneuert) und in Fachwerk ausgeführte Fahrdienstleitergeschoss ruht seitlich auf massiven, zweigeschossigen Sattelbauten. Das aus zwei Teilen bestehende Dach ist mit Schiefer gedeckt. Die gleiszugewandte Seite des östlichen Sockelbaues, in welchem der Treppenaufgang untergebracht ist, ist mit Quadermauerwerk verkleidet. An den westlichen Sockelbau schließt nach Süden ein eingeschossiger, kleiner Baukörper an.

Die elektromechanische Betriebsanlage des Stellwerkes mit 72 Umstellvorrichtungen ist erhalten. Das hier in Rede stehende elektromechanisch betriebene Reiterstellwerk in Kreuztal ist eine besonders anschauliches Dokument für diese bereits um die Jahrhundertwende einsetzende Entwicklung, die zu einem Zeitpunkt stattfand, als noch nicht einmal die erst 1901 verwirklichte Vereinheitlichung des mechanischen Stellwerkes vollzogen werden konnte.

In Westfalen finden die elektromechanischen Stellwerke u. W. erst nach dem ersten Weltkrieg Verbreitung. Das Reiterstellwerk ist in unsrer Region ein insbesondere in den 1920er/30er Jahren anzutreffender Bautypus. Die architektonische Gestaltung der Kraft- wie der mechanischen Stellwerke entsprach dabei dem Stilempfinden jener Zeit. So sind in den 1920er Jahren noch weitgehend traditionell, dem Heimatstil verhaftete Bauformen zu finden. Auch hierfür stellt das Stellwerk 'Kf' in Kreuztal ein gutes Beispiel dar. Weiterhin ist das Objekt ein Zeugnis für die verkehrs- und wirtschaftsgeschichtliche Entwicklungder Stadt Kreuztal sowie des Siegerlandes.

Die Eröffnung der Ruhr-Sieg-Bahn und damit die Verbindung des Siegerländer Reviers mit den Kohlevorräten des Ruhrgebietes leitete für das Siegerland eine neue Phase in der Wirtschaftsgeschichte ein. Tag der Eintragung in die Denkmalliste 03.03.1998. Die Denkmalwertbegründung wurde von der UDB Kreuztal zur Verfügung gestellt (Verfasserin: Imme Wittkamp, LWL Amt für Denkmalpflege).

Literatur: Werner Herling, Eisenbahnen im nördlichen Siegerland, Kreuztal 1978 / Festschrift 150 Jahre Bahnhof Kreuztal, Stadt Kreuztal

Alte Bilder vom Bahnhof Kreuztal: http://bahnhof-kreuztal-gleis-3.npage.de/galerie185193.html

Foto: LWL Amt für Denkmalpflege

Anreise:

Adresse

Reiterstellwerk
Siegener Straße
57223 Kreuztal
Telefon +49 2732 51217
V.Graebener@Kreuztal.de
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