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Mausoleum Selve auf dem alten evangelischen Friedhof Lüdenscheid

WasserEisenLand / Mausoleum Selve auf dem alten evangelischen Friedhof Lüdenscheid




Mausoleum Selve

Auf dem Alten evangelischen Friedhof an der Mathildenstraße befinden sich mehrere für die Familiengeschichten Lüdenscheids wichtige Grabdenkmäler. Das Eindruckvollste dieser Grabdenkmäler ist das Mausoleum der Familie Selve, welches um 1909 errichtet wurde. Dieses Mausoleum wurde sehr wahrscheinlich Herrn Gustav Selve gewidmet, einem Mann, der zu Lebzeiten zu den 20 reichsten Personen des damaligen Kaiserreiches gehört haben soll.

Das Mausoleum wurde im vom Neubarock beeinflussten Jugendstil als Zentralbau mit lebhafter Kolossalgliederung errichtet. Das Innere dieses Mausoleums ist gewölbt, mit einer hervorragenden Farbverglasung, einem Mosaikfußboden und mit Marmorbüsten ausgestattet, von denen eine "P. Borsani" gekennzeichnet ist. Die Kupferhaube des plastisch durchgeformten Baukörpers stellt einen Bezugspunkt auf dem gesamten Friedhof dar.
Eine der marmornen Porträtbüsten in dem Selve Mausoleum stammt von Luigi Calderini, einem berühmten Maler und Bildhauer um die Jahrhundertwende, der auch den Selve- Brunnen vor dem ehem. Amtshaus am Sauerfeld (Baudenkmal, Laufende Nr. 149) schuf. Durch die Bekanntschaft mit Fritz Selve, der aus dem Versetal stammte, kam der Italiener in die Bergstadt.

Das Mausoleum erinnert an eine Unternehmerfamilie aus dem Versetal, die in der Gründerzeit durch intensive Nutzung der damaligen industriellen Entwicklung innerhalb kürzester Zeit zu einer der reichsten Familien des damaligen Kaiserreiches aufstieg. Auch machte sich die Familie Selve durch Stiftungen in Lüdenscheid einen großen Namen, unter anderem an dem Sanatorium in Hellersen.

Der Alte evangelische Friedhof

Der älteste Teil des evangelischen Friedhofs wurde 1865 geweiht und umfasst das südliche Areal mit seiner rechtwinkligen Wegeführung mit den Feldern I bis VIII; die 1886 geweihte Erweiterungsfläche mit den Feldern IX bis XVI schließt nördlich an und hat das weite Oval des Feldes XVI zum Mittelpunkt.

Der Alte Friedhof an der Mathildenstraße zeigt in seinen beiden ältesten Teilen bis heute die weitgehend unveränderte Wegeführung. Den ältesten Teil von 1865 bestimmt die strenge Rechtwinkligkeit der Anlage in spätklassizistischer Manier, wobei insbesondere die beiden Hauptachsen - in Ost-West-Richtung vor der "alten Kapelle" und in Nord-Süd-Richtung in unmittelbarem Bezug auf dieses Bauwerk - von Alleebäumen gesäumt werden. Die Nord-Süd-Achse mündet in den halbrunden Platz mit den Pastorengräbern, der sich über dem Tal und der Erweiterung von 1886 erhebt. Hier wird die Wegeführung von dem Oval des Feldes XVI bestimmt, das von einem weiteren Außenring umschlossen und von einer Ost-West-Achse durchzogen wird, die sich an den Kreuzungspunkten zu gerundeten Plätzen weitet.

Diese Wegeführungen sind mit den flankierenden Alleebäumen des ältesten Teiles Bestandteil des Denkmals. Dies trifft ebenfalls zu auf die zu geringen Teilen an der südlichen und westlichen Grenze des Friedhofs erhaltene Weißdornhecke, die als Einfriedung des Friedhofs 1865 angelegt wurde. Als zentrale Baulichkeit des Friedhofs ist ferner Bestandteil die "alte Kapelle", die bereits für sich als eigenständiges Denkmal im Jahre 1989 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen wurde.

Die beeindruckende Gesamtwirkung des Alten Friedhofes beruht ganz wesentlich auf dem Erhalt ungezählter originaler Grabeinfassungen des 19. Jahrhunderts sowie ferner auf der demonstrativen Schlichtheit der Gesamtanlage und jeder einzelnen Grabstelle; dabei ist freilich zu berücksichtigen, dass die auf den Fundamenten der natur- oder kunststeinernen Grabeinfassungen in vielen Fällen einstmals angebrachten eisernen Gitter seit dem Zweiten Weltkrieg nahezu ausnahmslos fehlen. Letzterem Umstand ist zuzuschreiben, dass die Grabeinfassungen in ihrer Gesamtheit nicht als Bestandteil des Denkmals angesehen werden können.Neben den bereits genannten sind folgende Elemente des Alten Friedhofes als Bestandteil des Gesamtdenkmals mit in die Denkmalliste eingetragen worden:

Grabstätte Fam. vom Hofe
Feld V, Nr. 63/64
Stele v. 1910 und Grabeinfassung

Grabstätte Fam. Gerhardi
Feld II, Nr. 103
große Plastik v. Konstantin Dausch um 1900 und Grabeinfassung

Grabstätte Fam. Hueck I
Feld II, Nr. 91/94
Grabkreuz, liegende Steine ab 1878, Grabeinfassung

Grabstätte Fam. Winkhaus-Nottebohm
Feld II, Nr. 35/36 und 37/40
Grabeinfassung, liegende Grabplatten

Grabstätte Fam. Berg
Feld II, Nr. 145/150
Grabeinfassung, Marmorobelisk und Kissensteine

Grabstätte Fam. Turck
Feld II, Nr. 152, 153, 155/156 und 157/158
Zinkgussmonument "Glaube, Liebe, Hoffnung" (Max Klein 1871), Grabeinfassung, Kissensteine

Grabstätte Fam Noelle
Feld II, Nr. 163/168
Marmorobelisk, Grabeinfassung, Kissensteine

Grabstätte Fam. Kugel
Feld III, Nr. 87/92
Familienmonument als Säule mit Urne auf Sockel von 1881, Kissensteine ab 1880 und Grabeinfassung (trotz des Verlustes des Gitters)

Pastorengräber
Feld XVI (Pastorenfeld)

a) Marmorkreuz Pfarrer Pröbsting/Emilie Assmann
b) zwei Grabplatten Pfarrer Hueck und Ehefrau (1859/1847)
c) Obelisk Pfarrer Hülsmann (1822)

Grabstätte Fam. Dicke
Feld XVI, Nr. 105/106, Platz 1 - 8
Marmorobelisk, Grabeinfassung und Grabsteine ab 1892

Grabstätte Fam. Hueck II
Feld XVA, Nr. 6, Platz 1 - 12
große Kreuz-Steinplatten und Hecke nach einer Gestaltung des Bildhauers Joseph Gollwitzer aus einer Zeit um 1870

Grabstätte Fam. Noelle
Feld XVA, Nr. 4/5
Grabeinfassung, Stele mit Trauernder mit beidseitig anschließender Balustrade

Grabstätte Fam. Branscheid
Feld VI, Nr. 41/44
Stele 1890, Grabeinfassung und Kissensteine ab 1881

Grabstätte Fam. Linden
Feld VII, Nr. 1/4
Halbrunde Stele 1910

Grabstätte Fam. Selve I
Feld II, Nr. 1/2
Marmorobelisk 1886 und Grabeinfassung

Grabstätte Fam. Büren/Huicking
Feld V, Nr. 41/42
Zinkgussfigur "Segnender Christus" um 1900

Grabstele Turck
Feld XVIII
stehendes Grabmal auf der Grünfläche, von einem älteren Friedhof hierher an einen Weg versetzt

Grabstele Schmalbein
Feld XVIII
stehendes Grabmal auf der Grünfläche, von einem älteren Friedhof hierher an einen Weg versetzt

Grabstätte Müller-Weiland
Feld XVIII, Nr. 76
Hochkreuz, Grabeinfassung mit Gittern zwischen d. Pfeilern

Grabstätte Schneider
Feld XIV, Nr. 33a
Exedra in bruchsteinernen Grabeinfassungen, um d. JH-Wende

Grabstätte Seuster-Schmidt
Feld XVI, Nr. 33/34
Bronzerelief einer Trauernden, Bronzetor im Giebelbogen, Grabeinfassung

Grabstätte Fam Schnepper
Feld IX, Nr. 23/24
Bronzeplatte mit Trauernder, Bronzetor, Grabeinfassung

Grabstätte Basse/Pels-Leusden
Feld I, Nr. 1, 2, 3, 4
Kissensteine, Grabeinfassung

Grabstätte Fam. Mitschek
Feld XVa, Nr. 9
Grabeinfassung, Monument

Grabstätte Fam. E.W. Turck
Feld XVa, Nr. 3
Stele, Grabstuhl

Grabstätte Fam. Assmann
Feld II, Nr. 55 - 60
Kissensteine, Grabeinfassung

(http://www.luedenscheid.de/luedenscheid_erleben/bildung_und_kultur/denkmaeler/sp_auto_995.php)

Texte: Mit freundlicher Genehmigung der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Lüdenscheid

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