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Der Hammerschmied von Hunswinkel (Lüdenscheid)

Mit Kraft dem Tod widersetzt

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Zu einer Zeit, als die Menschen noch überwiegend zu Fuß von einem Ort zum anderen gingen und sich weder Pferd noch Wagen leisten konnten soll sich die nachfolgende Begegnung eines Schmiedes mit einem finsteren Reiter ereignet haben.

In dem kleinen Ort Hunswinkel, welcher später beim Bau der Versetalsperre in den Fluten des Wassers versank, lebte einst ein Hammerschmied. Er genoss großes Ansehen und sein fachliches Wissen war sehr gefragt.





Bremecker Hammer_zwei Schmiede Foto Alexander Cremer.jpg

Eines Tages wanderte er nach Bollwerk, um bei der Errichtung eines Hammerwerkes beratend zur Seite zu stehen. Nachdem die Arbeit getan war, machte sich der Schmied auf den Heimweg. Ein Pferd hatte er nicht, also ging er zu Fuß und stützte sich dabei auf seinen Wanderstab. Er ging durch das Hameketal, vorbei an Rittinghausen und Stilleking. Als er bei Einbruch der Dunkelheit unterhalb von Homert angelangt war, setzte er sich erschöpft an den Wegrand, um etwas auszuruhen. Die Augen fielen ihm vor lauter Müdigkeit zu.

Plötzlich aber vernahm er das Schnauben eines Pferdes. Er blickte auf und sah mit Erschrecken, dass ein großes Pferd mit schneller Geschwindigkeit auf ihn zu kam. Darauf saß ein Reiter, der mit finsterer Stimme rief: „Deine Stunde ist gekommen, nun musst Du sterben!“ Der Schmied war gar nicht feige, nahm seinen Wanderstock und ließ ihn mit voller Wucht auf die Stirn des Pferdes sausen. Das Tier wieherte laut und bäumte sich auf. Der Reiter musste sich krampfhaft festhalten und verlor die Kontrolle über das Pferd. Das machte kehrt und verschwand mitsamt dem Reiter in der Dunkelheit.

Der Schmied atmete tief durch, noch war er ganz aufgewühlt über diese nächtliche Begegnung. Dann dankte er für seine Rettung, denn er war nicht beraubt worden und hatte auch sein Leben nicht verloren. Zufrieden mit sich und der Welt ging er heim.

Literatur: Helmut Pahl, Sagen und Legenden aus Lüdenscheid, Lüdenscheid 2007

Text: Irene Rumpler M.A.

Heckrinder und Wanderwege statt finsterer Reiter