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Friedrich Harkort

Industriepionier und Sozialpolitiker

Friedrich Harkort (1793-1880) war als Sohn einer einflussreichen Reidemeisterfamilie in der Grafschaft Mark einer der ersten deutschen Industriepioniere des 19. Jhs. Er entwickelte nicht nur wirtschafts- und industrierelevante Ideen, sondern engagierte sich in einer Phase gesellschaftlicher und ökonomischer Umbrüche auch den sozial- und bildungspolitischen Fragen seiner Zeit.





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Geboren im Jahr 1793, wuchs Friedrich Harkot auf dem Gut Harkorten bei Hagen auf, besuchte die Gewerbeschule in Hagen und machte in (Wuppertal-) Barmen eine kaufmännische Lehre. Dort lernte er auch seine Frau Auguste Mohl kennen.Nach dem Militärdienst und ersten unternehmerischen Versuchen etablierte er ab 1819 auf der ehemaligen Burg in Wetter gemeinsam mit seinem Compagnon Heinrich Kamp eine mechanische Werkstatt. Über Industriespionage in England, dem Mutterland der Industrialisierung, hatte er sich die Kenntnisse angeeignet, um Dampfmaschinen und Webstühle herzustellen. „Nach englischem Vorbild“ zu produzieren war für viele erfolgreiche Unternehmer dieser Zeit ein Markenzeichen (siehe auch CASPAR RUMPE). Die Erweiterung der mechanischen Werkstatt um ein Puddel- und Walzwerk folgte dem gleichen Prinzip.

Erfolgreich in seinen Ideen und mitteilsam im Kreise anderer Unternehmer war er doch als Kaufmann wenig weitsichtig. Oftmals überstiegen die Kosten seiner Projekte seine finanziellen Möglichkeiten. 1834 schied er aus seinem Unternehmen in Wetter aus. Anschließend setzte er sich für den Bau der Köln-Mindener-Eisenbahn ein, deren erste Teilstrecke nach Düsseldorf im Jahr 1845 eröffnet wurde und engagierte sich als fortschrittlich-liberaler Abgeordneter für zahlreiche sozialpolitische Forderungen, u. a. die Unterstützungskasse für Arbeiter und Handwerker.

Heute sind in Hagen als Orte des Wirkens von Harkort und seiner Familie das Haus Harkorten in Hagen sowie in Wetter die Reste der Mechanischen Werkstätte und seiner Fabrik erhalten. Ebenfalls in Wetter befindet sich die private Familiengruft in der Nähe von Gut Schede.

Literatur:

Köllmann, Wolfgang [u.a.] (Hg.): Bürgerlichkeit zwischen gewerblicher und industrieller Wirtschaft, Beiträge des wissenschaftlichen Kolloquiums anlässlich des 200. Geburtstags von Friedrich Harkort, Dortmund 1994.

Berger, Louis: Der alte Harkort. Ein westfälisches Lebens- und Zeitbild, Leipzig 1890.

Text: Irene Rumpler M.A.

Abb. aus Berger Louis: Der alte Harkort.