Der Schleiper Hammer, ein prägnantes Zeugnis industrieller Entwicklung in Kierspe, wurde 1842 neu errichtet und konzentrierte sich zunächst auf die Produktion von Osemund, einem für die Drahtherstellung essenziellen, zähen Eisen. Anpassungen an die sich wandelnde Marktlage führten zu einer Transformation zum Breitehammer, wo Werkzeuge wie Schaufeln und Spaten gefertigt wurden. Später, ab 1895, erfolgte der Umbau zu einer Fabrik, deren Fallhämmer mittels Dampfkraft und Turbine angetrieben wurden. Mehrere heute noch bestehende Betriebe haben ihre Wurzeln in dieser historischen Fertigungsstätte.
Seit 1989 widmete sich der Heimatverein Kierspe der umfassenden Instandsetzung der Anlage. Heute präsentiert sich ein betriebsbereites Industriemuseum, dessen im Hammerteich gestautes Wasser eine Turbine samt Generator antreibt, wodurch elektrische Energie ins Netz eingespeist wird. In der Schmiedeabteilung demonstrieren Feder- und Fallhämmer die Eisenformung, während in der Schlosserei über 100 Jahre alte Maschinen – Drehbänke, Stanzen, Fräs- und Langhobelmaschinen – Zeugnis vergangener Präzisionsarbeit ablegen.
Die Ausstellung veranschaulicht die Herstellung von Breitewaren um 1930 und dokumentiert die Entwicklung der Kunststoffverarbeitung durch eine Sammlung von Bakelit-Pressen und entsprechenden Bearbeitungsmaschinen. Die regionale Wirtschaftsgeschichte, geprägt durch Wasser-, Holz- und Metallreichtum, findet hier eine detaillierte Aufarbeitung vom Eisenabbau bis zur Entstehung eines Kompetenzzentrums für die Metall- und Elektroindustrie ab 1930.
Als zertifizierter außerschulischer Lernort seit 2016 dient der Schleiper Hammer zudem der Vermittlung industriekulturellen Erbes an nachfolgende Generationen.