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Franz der Dachs als Bergmann

Mit Arschleder und Grubenlampe

Hey ho, hey ho… ich bin der achte Zwerg! Nein, ich bin jetzt nicht völlig durchgedachst. Ihr wisst wohl nur nicht, was Zwerge mit Bergbau zu haben. Das bin ich nämlich, ein Bergmann und genau das waren Zwerge auch: Bergmänner, die in Stollen nach Erzen und sogar Silber gegraben haben.





Bergbaudachs_Zeichnung Gerhard-Kania.jpg

 Gut, natürlich waren nicht alle Bergmänner Zwerge, aber die Geschichten von Zwergen, die wie in dem Märchen „Schneewittchen“  in den Berg gekrochen sind, um dort nach schönen Steinen zu suchen, haben einen wahren Kern: Wohl sind früher oft Kinder und kleine Menschen im Bergbau eingesetzt worden, da diese besser durch die engen und niedrigen Stollengänge passten. Und als Schutz für den Kopf trugen sie mit Watte ausgestopfte Zipfelmützen, an denen herunterfallendes Gestein besser abprallen konnte. Diesen schicken Schutzhelm mit Lampe, den ich trage, gibt es allerdings erst seit vielleicht hundert Jahren. Den Helm habe ich in einem alten Stollen gefunden, hat wohl ein Bergmann verloren. Die Grubenlampe, die ich in der Hand halte, habe ich mir im Bergbaumuseum ausgeliehen, die haben dort ganz viele verschiedene Grubenlampen für den Bergbau, das ist echt der Hammer.

Bergbau gibt es bei uns an der Eisenstraße schon seit 2.500 Jahren! Allerdings wurde zunächst das Erz an der Oberfläche abgetragen, im Mittelalter ging es dann allmählich damit los, dass tiefe Stollen in den Berg geschlagen wurden. Eine schwere und anstrengende Arbeit! In den Gruben passierten bisweilen schlimme, tragische Unglücke. Etliche Bergmänner wurden durch den vielen Staub und die Arbeit im dunklen Berg (Untertage sagt man dazu) schwer krank. Viele litten unter der Staublunge oder unter Auszerrung. Aber der Bergbau waren an die Eisenstraße ganz wichtig, weil darauf die ganze Wirtschaft aufbaut. Die letzten Bergwerke hier haben aber vor ungefähr 50 Jahren ihre Stolleneingänge geschlossen.

Ach so, ich habe vergessen, euch zu erklären, was Erze überhaupt sind? Ganz ehrlich, das musste ich auch erst meinen Großvater fragen, weil ich den Unterschied zwischen einem normalen Stein und Erzgestein auch nicht kenne. Erzgesteine sind auf den ersten Blick ganz unscheinbare Steine, die aber metallhaltig sind. Da sieht man oft erst, wenn man die Steine hochhebt und genau betrachtet. Das Metall wird dann in heißen Öfen herausgeschmolzen. Wie das funktioniert, erklärt euch der „Verhüttungsdachs“. Erze findet ihr manchmal noch in den Eisenstraßen-Wäldern in der Nähe von alten Gruben. Haltet bei der nächsten Wanderung ganz gut die Augen auf und wünscht euch doch mal ein Mineralien- und Steinbestimmungsbuch zum Geburtstag. Das ist ein total spannendes Hobby! Aber vergesst nicht, für die Forschungsreise genug Proviant anzustecken, ihr werdet ja nicht wie ich von kleinen Waldkrabblern satt.

Hier könnt Ihr tiefer in den Bergbau eintauchen